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Apotheken mit fragwürdigem Vorgehen auf Kosten der Medikamentenversorgung

 

Publiziert am 2. Oktober 2019 von Dr. Johannes Steinhart

Dass sich einige österreichische Apotheken mit dem Verkauf von Medikamenten ins Ausland ein „Körberlgeld“ verdienen, ist schlicht empörend.

 

Der neu gewählte Pharmig-Präsident Philipp von Lattorff hat in Interviews die Vorgehensweise, dass Großhändler und Apotheken auf dem österreichischen Markt Arzneimittel einsammeln und in die EU verkaufen, als Grund für den Großteil des aktuellen Lieferengpasses bei Medikamenten genannt. Das bedeutet, dass ein Teil der Apotheken offensichtlich statt Versorgungsinteressen ausschließlich finanzielle Ziele verfolgt und dafür sogar eine schlechtere Versorgungslage in Österreich in Kauf nimmt.

 

Auf der einen Seite Versorgungsengpässe zu beklagen und auf der anderen Seite zu diesem Problem durch ausschließlich finanzielle Interessen selbst beizutragen, finde ich unaufrichtig. Das stellt meiner Meinung nach die Glaubwürdigkeit in Frage.

 

Mehr Hausapotheken daher umso wichtiger

Umso klarer ist daher, dass es deutlich mehr Anbieter im System braucht, wie etwa Hausapotheken bei Ärztinnen und Ärzten. Bei diesen kann man darauf vertrauen, dass für sie die Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten im Vordergrund steht und nicht ein fragwürdiges Vorgehen wie den Export von Medikamenten ins Ausland, das ausschließlich dem eigenen Vorteil dient.